Zehn Jahre nach Bekanntwerden des VW-Dieselskandals hat das Landgericht Braunschweig erstmals ein Urteil gefällt: Vier ehemalige VW-Manager wurden wegen Betrugs verurteilt, zwei davon zu Haftstrafen auf Bewährung. Die Angeklagten waren laut Gericht maßgeblich an der Manipulation von Abgaswerten beteiligt. Das aufwendige Verfahren dauerte fast vier Jahre, umfasste 175 Verhandlungstage und rund 150 Zeug:innen.
Der ehemalige Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn wurde aus gesundheitlichen Gründen nicht mitverhandelt. Ob und wann sein Verfahren fortgesetzt wird, ist weiterhin unklar.
Der Skandal hatte 2015 begonnen, als bekannt wurde, dass VW mithilfe einer Software Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen manipuliert hatte. Der dadurch entstandene finanzielle Schaden beträgt über 30 Milliarden Euro – der Reputationsschaden ist wohl noch deutlich höher.
Auch in Österreich könnte das Urteil Auswirkungen haben: Der österreichische Anwalt Michael Poduschka, der über 10.000 Betroffene vertritt, sieht in der Entscheidung einen möglichen Startschuss für eine neue Klagewelle. In Österreich sind rund 350.000 Autokäufer:innen betroffen. Poduschka fordert Entschädigungen in Höhe von rund 15 % des Kaufpreises und betont, dass diese Ansprüche nun rechtlich noch besser durchsetzbar sein könnten.
Die Verteidigung der verurteilten VW-Manager hat bereits Revision angekündigt. Die juristische Aufarbeitung des Dieselskandals ist damit noch lange nicht abgeschlossen.
Hier sehen Sie den Beitrag dazu aus der Sendung „ZIB2“ vom 26.05.2025, produziert vom ORF.




